Schach Club Talentschmiede Ahrtal feiert seinen vierten Geburtstag

Julian Köhler gewinnt beim Simultan gegen GM Michael Prusikin

Großmeister Michael Prusikin gab sich am 26. Juli die Ehre und spielte im Bürgerhaus Heppingen gegen eine Auswahl der Ahrtaler, die durch die befreundeten Schachfreunde aus Ochtendung unterstützt wurden. „Michael, ist ein sehr guter Schachspieler, und wie ich aus eigenen Erfahrungen weiß, ein exzellenter Trainer und ein sehr guter Buchautor“, begrüßte Thorsten Kammer, der Spielertrainer des Gastgebers, den Simultanspieler.
Es wurde an 13 Bretten ein Uhrensimultan in Form eines Mannschaftskampfes gespielt. Das bedeutet, alle Spieler hatten eine Bedenkzeit von 2 Stunden für die gesamte Partie, der GM für alle seine Partien. Die Farbverteilung war alternierend, was es für den Simultanspieler ein wenig schwieriger macht. Die große Frage war, ob es gelingt, nicht zu Null zu verlieren. „Diesmal muss es einfach klappen“, so der Vorsitzende Dr. Robert Kaufmann, „denn wir haben im Gegensatz zu den Vorjahren zwei Spieler mehr und was noch wichtiger ist, wir sind stärker geworden“.
Der Anfang verlief allerdings wenig verheißungsvoll, denn GM Prusikin kannte auch gegenüber den Novizen keine Gnade und so wurde der achtjährige Ben Petersen, der seine erste Partie unter Turnierbedingungen spielte, dann auch Matt gesetzt. Es kristallisierte sich schnell heraus, dass es den meisten ähnlich ergehen würde. Aber und das war das gute, viele hielten durch und stellten dem zweimaligen Trainer des Jahres in Deutschland am Brett Probleme, so dass es für ihn keine Verschnaufpausen gab.
Die erste kleine Sensation zeichnete sich am Spitzenbrett ab, wo Luca Häusler ein Remisangebot bekam und das dann auch noch ablehnte. „Ich dachte, ich hätte ein leichter zu spielendes Doppelturmendspiel und kaum eine Verlustgefahr“. So blieb es erst einmal bei den Null Punkten. Der Großmeister punktete fleißig weiter und zeigt an vielen Brettern, dass Taktik das bestimmende Element des Schachspielens ist. Immer wieder zeigte er kleine Kombinationen, die zu Materialgewinnen und großem Stellungsvorteil führten.
Aber am dritten Brett spielte der Ahrtaler Julian Köhler groß auf. Er ließ keine Taktik zu und entwickelte so viel Druck gegen die gegnerische Königsstellung, dass der Großmeister erst die Dame und dann die Partie aufgeben musste. „Seit Monaten wieder eine richtig gute Partie“ kommentierte der Gewinner seine Glanzleistung recht nüchtern. Kurz danach endete die Partie von Luca in einem Dauerschach, so dass die Talentschmiede ihre ersten Zähler in einem Simultankampf am Brett holten und damit die Hoffnung des 1. Vorsitzenden erfüllte.
Anschließend zeigte sich der Großmeister von der Leistung seiner Kontrahenten angetan und würdigte den stolzen Sieger „Julian hat mich einfach überspielt, das war ein Spiel auf ein Tor“. Im Anschluss gab es lobende Worte für die Organisatoren, bevor es für den Großmeister weiter nach Hamburg ging, um weitere Schachlehr-DVDs aufzunehmen.
„Das war wieder ein tolles Event“, so Markus Höblich, der die Schachfreunde Ochtendung anführte und als Mitglied der Talentschmiede auch schon an den früheren Geburtstagsfeiern teilnahm, „zwar ist es ärgerlich zu verlieren, aber immerhin gegen einen sympathischen Großmeister.“ Dem ist dann wirklich nichts mehr hinzuzufügen.

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